Grüne für mehr Grundwasserschutz in Ostfriesland

Die Grünen im Landkreis Aurich warnen vor zu viel Gülle auf den Feldern, da insbesondere die wachsenden Nitrateinträge die Qualität unseres Grundwassers dramatisch verschlechtern. Sie erwarten von der konventionellen Landwirtschaft mehr Engagement beim Herstellen eines Nährstoff-Kreislaufs, der auch aus Klimaschutzgründen notwendig sei.

Grünen-Sprecherin Anneliese Saathoff: „Nitrat sickert nur sehr langsam in die Tiefe. Heute werden die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Nutzung von vor 30 Jahren gemessen. Von daher ist die Grundwasserbedrohung viel größer als es die rote Karte der Landesregierung ausweist, wonach nur für rund 39 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen bereits jetzt dringender Handlungsbedarf besteht. Nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie sind die Grundwasservorkommen auf mehr als 60 Prozent der Landesfläche in einem schlechten Zustand. Dies sollte der Landwirtschaftliche Hauptverein zum Anlass nehmen, produktive Lösungsvorschläge anzugehen, die Nachhaltigkeit in der Produktion und Tierhaltung verbinden und den Bauern ein ausreichendes Einkommen sichern. Das bedarf der Unterstützung durch die Bundes- und Landespolitik.. Die Gülleproblematik ist auch den Vertretern der Landwirte seit mehr als 30 Jahren bekannt. Die Wasserverbände begrüßen die neue Düngeverordnung und loben die Landwirte hinsichtlich ihrer Kooperationsbereitschaft.

Was jetzt an Nitrat in den Boden gelangt, kann nicht mehr zurückgeholt werden. Das Land sollte schleunigst dafür sorgen, dass nicht noch mehr dazu kommt. Stattdessen rechnen die Minister Otte-Künast (CDU) und Lies (SPD) die Fläche klein, für die Handlungsbedarf gesehen wird. Eine Antwort auf die Frage, was mit den Bereichen mit Messergebnissen über dem Nitrat-Grenzwert passiert, die dennoch als grüne Gebiete ausgewiesen werden, unterbleibe, so Saathoff. Dabei gehe es heute um das Trinkwasser zukünftiger Generationen. Nitrat verwandelt sich im Körper zu Stoffen, die als krebserregend gelten.

Um den Grenzwert einzuhalten, mischen die Wasserversorger bereits heute unbelastetes mit belastetem Rohwasser, vertiefen oder verlagern Brunnen und wenden, wenn diese Maßnahmen ausgereizt sind, technische Reparaturmaßnahmen an, um so das Trinkwasser und unsere Gesundheit zu schützen.
Ein Gutachten des Umweltbundesamtes mit dem Titel „Quantifizierung der landwirtschaftlich verursachten Kosten zur Sicherung der Trinkwasserbereitstellung“ zeigt auf, dass diese Reparaturmaßnahmen uns alle teuer zu stehen kommen und wir mit Preiserhöhungen von 30% bis 45% für unser Trinkwasser rechnen müssen, verursacht durch landwirtschaftliche Einträge. Stickstoffüberschüsse müssen deutlich reduziert werden! .Auch dafür gehen junge Menschen freitags auf die Straße – für ihre Zukunft und für kein „Weiter so“..

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